Was sind Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate sind nichts anderes als Zucker (Saccharide), in jeglicher Form und Art. Kohlenhydrate bestehen aus Zuckermolekülen und müssen mit Hilfe von Enzymen zu Monosaccharide (Glukose) im Körper aufgespalten werden. Kohlenhydrate werden dazu in drei Gruppen eingeordnet, nach dem jeweiligen Aufbau ihrer Zuckermoleküle.

1. Gruppe: Monosaccharide/Einfachzucker, besteht aus einem Zuckermolekül.

  • Glukose (Traubenzucker) ist in Obst,
  • Fruktose (Fruchtzucker) in Obst und Honig,
  • Galaktose (Schleimzucker) ist in der Milch vorhanden.

2. Gruppe: Disaccharide/Zweifachzucker, bestehen aus zwei Zuckermolekülen.

  • Saccharose ist in Haushalts-, Rohr-, und Rübenzucker,
  • Laktose (Milchzucker) ist in Milch und Milchprodukte,
  • Maltose (Malzzucker) ist in Gerste, Bier und im Malzextrakt vorhanden.

3. Gruppe: Polysaccharide/Vielfachzucker bestehen aus mehreren Zuckermolekülen.

  • Stärke ist in Kartoffeln, Reis, Getreide (Brot), Hülsenfrüchte.
  • Glykogen gespeichert in Leber und Muskeln.
  • Cellulose ist in Pflanzen (Gemüse und Obst) enthalten.

Die Monosaccharide (Glukose, Fruktose, Galaktose) fließen unverdaut, d.h. sie gehen direkt vom Dünndarm in den Blutkreislauf – somit steigt der Blutzuckerspiegel rasant an. Etwas anders verhält es sich bei Di- und Polysaccharide – Sie müssen erst im Dünndarm zu Monosaccharide gespalten und zu Glukose werden. Allerdings verfügen die Polysaccharide über eine kompliziertere Molekülstruktur, es braucht daher eine längere Zeit zur Aufspaltung. Dadurch erfolgt die Glukose in den Blutkreislauf langsam und gleichmäßig – somit steigt der Blutzuckerspiegel nur allmählich an und bleibt über längere Zeit konstant. Eine wichtige Erkenntnis in Sachen Ernährungs- und Diabetikerlehre.

Quelle: Jochen Lehmann – Buch: Kohlenhydrate. Chemie und Biologie – Verlag: Wiley-Vch; Auflage:2 (1996)