Zucker hat viele Bezeichnungen – Achten Sie auf die Zutatenliste

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Wenn Zucker in Lebensmittel versteckt sind, wie erkennen wir, um welchen es sich handelt? In der Zutatenliste von Lebensmitteln versteckt sich Zucker allerdings oft hinter Bezeichnungen wie Glukose, Glukosesirup, Glucose-Fructose-Sirup, Galaktose, Saccharose, Laktose, Maltose, Maltodextrin, Monosaccharide, Disaccharide, Polysaccharide und Magermilchpulver.

Hinter den Versprechungen wie „zuckerfrei“ oder „ohne Zuckerzusatz“ steckt oft eine Mogelpackung. Ein Cappuccino Pulver mit der Aufschrift „ungesüßt“ kann trotzdem 40 Prozent Zucker aus Süßmolkenpulver enthalten. Hierbei muss der Hersteller auf die Nährwertliste das Wort „Zucker“ sowie der Anteil davon unter dem Wort „Kohlenhydrate“ schreiben, d.h. verpackte Lebensmittel müssen eine Nährwertkennzeichnung tragen, in der unter anderem die enthaltenen Mengen an Kohlenhydraten und Zucker aufgelistet sind. So manch ein Lebensmittel entpuppt sich als sehr zuckerlastig, wie zum Beispiel, der scheinbare gesunde Fruchtjoghurt kann bis zu 20 Gramm Zucker enthalten. Auch viele Fertiggerichte, Suppentüten, Früchtemüslis, Salatdressings oder Konserven sind „zuckerverseucht“. In Softdrinks wie Cola oder Orangenlimo ist der Zuckeranteil mit sieben Stück Würfelzucker in nur einem Glas sehr hoch.

Zucker – Adern können sich verkleben durch zu viel Glukose im Blut

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© Beuke

Viele Menschen essen manchmal unwissentlich zuckerreicher, oder wer weiß schon, dass in manchen verarbeiteten Lebensmitteln das Fett gegen Zucker ausgetauscht wird? Zucker ist ebenso wie das Fett ein Geschmacksträger, aber Zucker wirkt im menschlichen Körper anders als das Fett. Ist im Blutkreislauf ständig zu viel Glukose (Zucker), verkleben irgendwann die Gefäßwände und die Folge könnte ein Verschluss von einer lebensnotwendigen Arterie sein – Herzinfarkt droht, so die Forscher der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC).

Um den Blutzuckerspiegel und die Verdauungstätigkeit bei einem Reizdarmsyndrom zu normalisieren, kann ihnen hierbei eine Ernährungsumstellung auf Low Carb helfen – Low Carb reduziert die Zuckeraufnahme, korrigiert den gestörten Stoffwechsel, stabilisiert den Blutzuckerspiegel und reguliert die Verdauung.

Am Anfang einer Ernährungsumstellung auf kohlenhydratarme Kost, werden alle Kohlenhydratspeicher geleert. Der Körper registriert einen Zuckerentzug und verlangt Nachschub, wird keiner geliefert, so ist der Organismus in der Lage sich zuerst aus Eiweiß und dann aus Fett sich die benötigten Ersatzstoffe zu bilden. Diese Stoffwechselumstellung nennt man Ketose und hat den Vorteil, dass der Körper für seine Energiegewinnung auf das eigene Fett zurückgreift.

Meine Freundin Jutta Schütz (Autorin), bekannt durch ihre zahlreichen Veröffentlichungen, hat ihren Diabetes-Typ-2 erfolgreich mit der Low Carb Ernährung bekämpft. Ihre Bücher sind in der Fachwelt von einigen Ernährungsmedizinern, unter anderem Dr. Matthias Riedl, bekannt, die sich mit der Thematik „kohlenhydratarme Ernährung“ beschäftigen und mittlerweile sogar weiterempfehlen.

 

Zuckerfallen – Ist „light“ tatsächlich „light“?

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Veit Kern / pixelio.de

Die Nahrungsmittelindustrien lassen sich immer neue Werbebotschaften einfallen. „Fettarm“, „Zuckerfrei“, „ohne Zuckerzusatz“ – welcher Verbraucher steigt da noch durch. Viele Produkte suggerieren sogar, dass sie beim Abnehmen eine besondere Stütze sind. Das eigentliche Ziel der Hersteller ist, das die kleinen Etikettenaufdrucke nur zum Kaufen verführen sollen. Dahinter steckt nur der Profit und der Kunde „König“ wird zum „Bauerndepp“ degradiert.

Wer abnehmen möchte sollte nicht auf die Werbung hereinfallen. Diese sogenannten „light“- Produkte, entweder als fettarm oder zuckerarm deklariert, sind eben nicht immer als leicht einzustufen. In vielen verschiedenen Molkerei-Erzeugnissen wird das Fett reduziert, aber der Zuckeranteil dafür erhöht. Der Verbraucher wird dadurch in die Irre geführt und meint ein „light“ Produkt in den Händen zu halten, obwohl der wahre Dickmacher Zucker enthalten ist.

Wird bei der Herstellung von Milchprodukten die Fettanteile verringert, darf das  „fettarme“ Produkt maximal 3 Gramm Fett pro 100 Gramm haben. Bei der fettarmen Milch liegt die Grenze bei 1,5 Gramm Fett pro 100 ml. Ein Produkt darf sich als „fettfrei“ oder „ohne Fett“ erst dann bezeichnen, wenn es maximal 0,5 Gramm Fett pro 100 g/ml enthält.

Es werden sogar Gummibärchen und Marmeladen/Fruchtaufstriche „fettfrei“ beworben. Es ist allgemein bekannt, dass diese Produkte generell kein Fett enthalten, dafür aber viel Zucker. Die Hersteller versuchen den Kunden zu manipulieren, indem sie ihre Ware so kennzeichnen, dass der Eindruck entsteht, sie würden die Gesundheit fördern und beim Abnehmen helfen.

Die Lebensmittelproduzenten strengen sich mächtig an auch das Fett aus verschiedenen Wurst- und Käsesorten zu reduzieren, sie nehmen stattdessen Zuckeraustauschstoffe als geschmacksunterstützende Wirkung. Das hat zur Folge, dass der Verbraucher von der Lebensmittelindustrie fettreduziert, aber auf Zuckerverbrauch erzogen wird. Das ist der falsche Weg zu einer gesunden Ernährung. Das Fett kann entweder bleiben oder zum Teil vermindert werden, aber die Zuckerstoffe sollten nicht zum Einsatz kommen.

Steht auf der Verpackung „Zuckerarm“ so darf Zucker maximal 5 Gramm pro 100 Gramm oder 2,5 Gramm pro 100 ml enthalten. Kauft der Verbraucher ein „Zuckerfreies“ Produkt, ist trotzdem Zucker verarbeitet worden. Denn „Zuckerfrei“ bedeutet nicht, dass in diesem verarbeitetem Lebensmittel kein Zucker steckt. Immerhin wird in dem Produkt noch 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm oder Milliliter zugefügt.

Wird mit der Aufschrift „Ohne Zuckerzusatz“ geworben, darf auch kein Zucker oder andere süßende Lebensmittel zu gesetzt sein – allerdings werben viele Saft-Produzenten mit diesem Slogan, obwohl die Säfte einen hohen natürlichen Zuckergehalt haben. Eigentlich müsste der Hinweis aufgebracht werden: „enthält von Natur aus Zucker“.

Wir, die Verbraucher sollten sich nicht mehr in die Irre leiten lassen und beim Einkaufen immer auf die Zutatenliste achten.

 

Was sind Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate sind nichts anderes als Zucker (Saccharide), in jeglicher Form und Art. Kohlenhydrate bestehen aus Zuckermolekülen und müssen mit Hilfe von Enzymen zu Monosaccharide (Glukose) im Körper aufgespalten werden. Kohlenhydrate werden dazu in drei Gruppen eingeordnet, nach dem jeweiligen Aufbau ihrer Zuckermoleküle.

1. Gruppe: Monosaccharide/Einfachzucker, besteht aus einem Zuckermolekül.

  • Glukose (Traubenzucker) ist in Obst,
  • Fruktose (Fruchtzucker) in Obst und Honig,
  • Galaktose (Schleimzucker) ist in der Milch vorhanden.

2. Gruppe: Disaccharide/Zweifachzucker, bestehen aus zwei Zuckermolekülen.

  • Saccharose ist in Haushalts-, Rohr-, und Rübenzucker,
  • Laktose (Milchzucker) ist in Milch und Milchprodukte,
  • Maltose (Malzzucker) ist in Gerste, Bier und im Malzextrakt vorhanden.

3. Gruppe: Polysaccharide/Vielfachzucker bestehen aus mehreren Zuckermolekülen.

  • Stärke ist in Kartoffeln, Reis, Getreide (Brot), Hülsenfrüchte.
  • Glykogen gespeichert in Leber und Muskeln.
  • Cellulose ist in Pflanzen (Gemüse und Obst) enthalten.

Die Monosaccharide (Glukose, Fruktose, Galaktose) fließen unverdaut, d.h. sie gehen direkt vom Dünndarm in den Blutkreislauf – somit steigt der Blutzuckerspiegel rasant an. Etwas anders verhält es sich bei Di- und Polysaccharide – Sie müssen erst im Dünndarm zu Monosaccharide gespalten und zu Glukose werden. Allerdings verfügen die Polysaccharide über eine kompliziertere Molekülstruktur, es braucht daher eine längere Zeit zur Aufspaltung. Dadurch erfolgt die Glukose in den Blutkreislauf langsam und gleichmäßig – somit steigt der Blutzuckerspiegel nur allmählich an und bleibt über längere Zeit konstant. Eine wichtige Erkenntnis in Sachen Ernährungs- und Diabetikerlehre.

Quelle: Jochen Lehmann – Buch: Kohlenhydrate. Chemie und Biologie – Verlag: Wiley-Vch; Auflage:2 (1996)