Gibt es Zuckeralternativen für Diabetiker oder Reizdarmpatienten?

Zuckeralternativen
© Beuke

Nicht alle Zuckeralternativen bieten sich für Diabetiker und Reizdarmpatienten an. Die folgende Zuckeralternativen Aufstellung beschreibt, welche Auswirkungen die Süßmacher auf den Blutzuckerspiegel und bei Patienten mit einem Reizdarmsyndrom haben.

Kokosblütenzucker – wird aus dem Blütenektar der Kokospalme gewonnen, hat fast so viele Kalorien als der weiße Kristallzucker und wirkt sich negativ auf den Blutzuckerspiegel aus. Dieser Zucker kann ähnlich wie beim normalen Haushaltszucker in Kombination mit anderen kohlenhydratreichen Lebensmitteln (Mehl) Darmprobleme, wie Blähungen und Durchfälle auslösen. Mein Fazit: Nicht empfehlenswert für Diabetiker und Reizdarmpatienten.

Reissirup (Reishonig) – Reismehl und Wasser, beides zusammen wird zu einer klebrigen Masse verkocht. Die Süßkraft ist zum Verhältnis zum Zucker schwächer – wirkt sich ebenfalls negativ auf den Blutzuckerspiegel und Darm aus. Mein Fazit: Nicht empfehlenswert für Diabetiker und Reizdarmpatienten.

Agavendicksaft – wird aus der Agavenpflanze gewonnen und besteht hauptsächlich aus Fruktose. Die Süßkraft ist stärker, wegen dem hohen Fruchtzuckergehalt, hat aber dennoch etwas weniger Kalorien als der Haushaltszucker. Der hohe Fruchtzuckergehalt kann zu Fettstoffwechselstörungen und zu Verdauungsbeschwerden führen. Mein Fazit: Nicht empfehlenswert für Diabetiker und Reizdarmpatienten.

Honig – besteht aus Frucht- und Traubenzucker und enthält Wasser. Honig hat weniger Kalorien als der Haushaltszucker, enthält sogar Vitamine und Mineralstoffe, gehen aber beim Erhitzen leider verloren. Auch hier erhöht der Honig den Blutzuckerspiegel, und in Kombination mit kohlenhydratreichen Lebensmitteln (Mehl, Brot, usw.) sind bei einem Reizdarmsyndrom schmerzhafte Verdauungsprobleme zu erwarten. Mein Fazit: Nicht empfehlenswert für Diabetiker und Reizdarmpatienten.

Stevia – ist eine südamerikanische Pflanze, aus ihr lassen sich Glykoside gewinnen die 300-mal süßer als Haushaltzucker sind. Stevia ist kalorienfrei und beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht. Nach meiner Erkenntnis beeinträchtigt Stevia auch nicht das Verdauungssystem. Dieses Süßmittel kann eine gute Alternative zum Haushaltszucker sein, z. B. um Tee oder seinen Kaffee damit zu süßen. Stevia eignet auch zum Kochen, aber nicht unbedingt zum Backen. In meiner Backware hat diese Streusüße für mich und meine Gäste leider einen leichten metallischen und bittereren Nachgeschmack ergeben – Mein selbstgebackener Käsekuchen flog deshalb leider in den Mülleimer. Mein Fazit: Empfehlenswert für Diabetiker und Reizdarmpatienten.

Süßstoffe – Aspartam, Acesulfam und andere künstliche Ersatzstoffe sind auch für Diabetiker geeignet – sind so gut wie kalorienfrei, beeinflussen den Blutzuckerspiegel nicht. Die Süßkraft ist um ein Vielfaches höher als normaler Zucker. Alle diese Stoffe werden in chemischen Verfahren hergestellt und haben nichts mit natürlicher Süße zu tun. Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Mein Fazit: Bedingt empfehlenswert für Diabetiker und Reizdarmpatienten.

BirkenzuckerXylit wird aus Birkenrinde, Maiskolbenreste, Stroh oder anderen Hölzern gewonnen. Diese Streusüße hat weniger Kalorien als der übliche Haushaltszucker, lässt sich genauso gut verwenden wie dieser und soll außerdem den Blutzuckerspiegel kaum beeinflussen. Er ist somit attraktiv für Diabetiker und Diätinteressierte. Doch Vorsicht: er kann allerdings bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Daher sollten Menschen mit Darmproblemen selbst austesten, in wie weit dieser Zucker den Darm möglicherweise negativ beeinträchtigt. Nach meiner eigenen Erfahrung ist bei mir die Höchstgrenze von 20 Gramm, d.h. 1 Esslöffel pro Tag erreicht. Ich nehme Birkenzucker nur zum Backen. Kaffee oder Tee trinke ich ungesüßt. Mein Fazit: Bedingt empfehlenswert für Diabetiker und Reizdarmpatienten.

Erythrit – Ein weiterer Zuckeraustauschstoff ist Erythrit, der im Gegensatz zu Xylit zwar auch ein Zuckeralkohol, jedoch absolut kalorienfrei ist. Da es keine anrechenbaren Kohlenhydrate enthält, beeinflusst es nicht den Blutzucker- und Insulinspiegel. Erythrit kommt ganz natürlich in reifen Früchten (Obst) vor. Erythrit hat aber nur 70% der Süßkraft von Haushaltszucker. Wie auch schon beim Birkenzucker angemerkt, kann diese Streusüße eine gute Alternative für Diabetiker und Diätinteressierte sein. Doch Vorsicht: Die Wirkung auf den Darm ist wie beim Xylit. Mein Fazit: Bedingt empfehlenswert für Diabetiker und Reizdarmpatienten.

Zucker hat viele Bezeichnungen – Achten Sie auf die Zutatenliste

Zucker hat viele Bezeichnungen
© Beuke

Wenn Zucker in Lebensmittel versteckt sind, wie erkennen wir, um welchen es sich handelt? In der Zutatenliste von Lebensmitteln versteckt sich Zucker allerdings oft hinter Bezeichnungen wie Glukose, Glukosesirup, Glucose-Fructose-Sirup, Galaktose, Saccharose, Laktose, Maltose, Maltodextrin, Monosaccharide, Disaccharide, Polysaccharide, Magermilchpulver Magermilchpulver usw. – Es gibt über 40 Zuckerbezeichnungen.

Hinter den Versprechungen wie „zuckerfrei“ oder „ohne Zuckerzusatz“ steckt oft eine Mogelpackung. Ein Cappuccino Pulver mit der Aufschrift „ungesüßt“ kann trotzdem 40 Prozent Zucker aus Süßmolkenpulver enthalten. Hierbei muss der Hersteller auf die Nährwertliste das Wort „Zucker“ sowie der Anteil davon unter dem Wort „Kohlenhydrate“ schreiben, d.h. verpackte Lebensmittel müssen eine Nährwertkennzeichnung tragen, in der unter anderem die enthaltenen Mengen an Kohlenhydraten und Zucker aufgelistet sind. So manch ein Lebensmittel entpuppt sich als sehr zuckerlastig, wie zum Beispiel, der scheinbare gesunde Fruchtjoghurt kann bis zu 20 Gramm Zucker enthalten. Auch viele Fertiggerichte, Suppentüten, Früchtemüslis, Salatdressings oder Konserven sind „zuckerverseucht“. In Softdrinks wie Cola oder Orangenlimo ist der Zuckeranteil mit sieben Stück Würfelzucker in nur einem Glas sehr hoch.

Zucker – Adern können sich verkleben durch zu viel Glukose im Blut

Krank durch Zucker.jpg
© Beuke

Viele Menschen essen manchmal unwissentlich zuckerreicher, oder wer weiß schon, dass in manchen verarbeiteten Lebensmitteln das Fett gegen Zucker ausgetauscht wird? Zucker ist ebenso wie das Fett ein Geschmacksträger, aber Zucker wirkt im menschlichen Körper anders als das Fett. Ist im Blutkreislauf ständig zu viel Glukose (Zucker), verkleben irgendwann die Gefäßwände und die Folge könnte ein Verschluss von einer lebensnotwendigen Arterie sein – Herzinfarkt droht, so die Forscher der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC).

Um den Blutzuckerspiegel und die Verdauungstätigkeit bei einem Reizdarmsyndrom zu normalisieren, kann ihnen hierbei eine Ernährungsumstellung auf Low Carb helfen – Low Carb reduziert die Zuckeraufnahme, korrigiert den gestörten Stoffwechsel, stabilisiert den Blutzuckerspiegel und reguliert die Verdauung.

Am Anfang einer Ernährungsumstellung auf kohlenhydratarme Kost, werden alle Kohlenhydratspeicher geleert. Der Körper registriert einen Zuckerentzug und verlangt Nachschub, wird keiner geliefert, so ist der Organismus in der Lage sich zuerst aus Eiweiß und dann aus Fett sich die benötigten Ersatzstoffe zu bilden. Diese Stoffwechselumstellung nennt man Ketose und hat den Vorteil, dass der Körper für seine Energiegewinnung auf das eigene Fett zurückgreift.

Meine Freundin Jutta Schütz (Autorin), bekannt durch ihre zahlreichen Veröffentlichungen, hat ihren Diabetes-Typ-2 erfolgreich mit der Low Carb Ernährung bekämpft. Ihre Bücher sind in der Fachwelt von einigen Ernährungsmedizinern, unter anderem Dr. Matthias Riedl, bekannt, die sich mit der Thematik „kohlenhydratarme Ernährung“ beschäftigen und mittlerweile sogar weiterempfehlen.