Diäten und Ernährungsumstellung- Abspecken ohne zu hungern

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Dr. Klaus Uwe Gerhardt / pixelio.de

Der Unterschied zwischen einer Diät und eine Ernährungsumstellung, liegen in dessen Zeiten – die meisten Diäten sind von kurzweiliger Natur, hingegen Ernährungsumstellung von Dauer ist. Gerade bei Adipositas (Fettleibigkeit), Diabetes Typ2 und Darmerkrankungen ist es nicht getan mit einer schnellen Diät, hier wäre es sinnvoller eine lebenslange Ernährungsumstellung durchzuführen.

Aber welche Ernährungsumstellung ist tatsächlich sinnvoll? Ist es eine reduzierte Fettumstellung, mit dem englischen Namen: „Low Fat“, oder basiert die Umstellung auf eine Vollwertküche, in Zusammenhang mit vielen Vollkornprodukten, reichlichem Verzehr von Obst und Gemüse? Weder die eine oder noch die andere Variante sollten Diabetiker, Magen- und Darmerkrankte, sowie adipös Veranlagte wählen. Bei diesen Ernährungsformen können sich sogar Krankheiten verschlimmern. Wer sich Low Fat ernährt, entzieht dem Körper wichtige essentielle Lebensgrundlagen und wird dadurch unterversorgt.

Gute Fette (siehe auch unter der Kategorie Fett:) sind lebenswichtig, denn eine mangelhafte Zufuhr von Nährstoffen können chronische Entzündungen, Ablagerungen an den Gefäßen, eine dauerhafte geistige Beeinträchtigung nach sich ziehen. Auch sorgt das Fett für ein gutes Sättigungsgefühl, ist ein hervorragender Energielieferant, unterstützt die Produktion von Hormonen, sorgt für den Schmierstoff der Gelenke, hilft bei Vermeidung von Entzündungen, versorgt die Haut mit Feuchtigkeit, schützt uns vor Infektionskrankheiten und ist Träger von Geschmacksstoffen.

Die Vollwertküche liegt oft zu schwer im Magen, aber viel länger noch im Darmtrakt – der mitunter viel leisten muss, um an die Inhaltsstoffe zu gelangen. Häufig reagiert der Darm mit Bauchkrämpfen, Blähungen und Durchfällen. Gleichzeitig wird der Organismus mit den vielen Kohlenhydraten belastet.

Josef Stocker, ein Erfahrungsberichterstatter in Sachen Ernährung, sagt: „Die so genannte „Vollwert-Küche“ ist ein Irrweg. Unsere Bauchspeicheldrüse und der Insulinhaushalt schaffen die vielen Stärke- und Vollkornprodukte nicht, mögen sie noch so natürlich, unbearbeitet und roh und vollwertig und sonnengereift sein; und bei unserer vorwiegend sitzenden Lebensweise können wir sie nicht alle verbrauchen. Quelle: Josef-Stocker.de

Das bedeutet, dass die Vollwertkost nicht besonders gut geeignet ist, für eine gesunde Essensumstellung bei Diabetes oder Darmerkrankungen. Sie enthält zu viele Kohlenhydrate, sodass der Blutzuckerspiegel ständig erhöht ist und die Fettzellen immer neu gefüttert werden. Die beste Lösung ist, eine verminderte Aufnahme von Kohlenhydraten – Low Carb.

Mittlerweile belegen viele Studien, dass eine kohlenhydratarme Ernährung den Körper eher entlastet als belastet. Das Körperfett reduziert sich langsam aber stetig, wenn die Kohlenhydratzufuhr, bevorzugt aus Obst mit wenig Fruchtzucker, Milchprodukten ohne Zuckerzusätze und Gemüse, nicht mehr als 30 Gramm Kohlenhydrate am Tag übersteigt. Um das Gewicht halten zu können, bedarf der Kohlenhydratanteil pro Tag zwischen 60-80 Gramm.

Normalerweise verwendet der Körper Kohlenhydrate für eine schnelle Energieversorgung, stattdessen übernimmt das Eiweiß und das Fett, bei einer kohlenhydratreduzierten Ernährung, die Aufgabe. Deshalb ist es wichtig, eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß zu gewährleisten. Die vermehrte Aufnahme von Eiweiß verhindert den muskulären Abbau bei einer Gewichtsreduzierung, sonst würde das Muskeleiweiß als Energiegewinnung des Körpers dienen – und somit eine Abbau hervorrufen. Die meisten Kraftsportler leben nach der Low Carb Methode.

Low Carb ist keine neue Erfindung von Ernährungsberatern dieser Zeit. Das Prinzip dieser Ernährungsform stammt aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde von dem Engländer: William Banting (1797-1878) durch sein Buch: Letter on Corpulence bekannt gemacht. Er selbst speckte mit Low Carb ab.

 

Low Carb funktioniert – Bei Gewichts- und Darmproblemen

Unsere Gesellschaft ist weder durch fettarme noch durch kohlenhydratreiche Ernährung gesünder oder schlanker geworden. Ganz im Gegenteil, viele Menschen leiden unter den Folgen dieser verfehlten Ernährungspolitik.

Diäten auf Kohlenhydratreiche- oder Low Fat Basis oder FDH mögen das Gewicht für eine kurze Zeit verringern, danach aber zeigt die Waage wieder mehr Pfunde an. Die Ursachen liegen klar auf der Hand, durch die Wiederaufnahme der alten Verhaltensmuster und der verlangsamte Stoffwechsel, während einer Hungerkur, schaltet der Körper weiterhin auf Sparflamme und der gefürchtete Jo-Jo-Effekt setzt ein. Dabei spielt das Hormon Insulin eine bedeutende Rolle, es reguliert den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel.

Bei einem hohen Insulinspiegel werden die Zuckerstoffe aus Kohlenhydraten in Fett umgewandelt und in die Fettzellen abtransportiert und eingelagert, gleichzeitig wird der Fettabbau gehemmt. Im Klartext: Zuerst nimmt sich der Körper Energie aus Kohlenhydraten, dann erst geht er an die Eiweiß- und Fettreserven. Wird der Organismus überwiegend mit Kohlenhydraten versorgt, bleiben die alten Fettreserven konstant und neue Fettzellen kommen hinzu.

In der Ernährungsform Low Carb – weniger Kohlenhydrate – sinkt der Insulinspiegel deutlich. Das liegt daran, dass dem Körper weniger Zuckerstoffe (Kohlenhydrate) zur Verfügung stehen und somit das Insulin weniger ausgeschüttet wird. Dadurch kommt es zu einer höheren Fettverbrennung und besseren Blutwerten, das wiederrum bannt die Gefahr an Diabetes und Adipositas zu erkranken. Dieser Ernährungsstil wirkt sich positiv und effektiv nicht nur auf die Figur aus, auch der Darm profitiert von der verminderten Kohlenhydrat-Aufnahme.

Im Darm befinden sich nicht nur die guten Bifidus- und Lactokulturen, sondern auch schädliche Bakterien und Pilze. Diese kleinen Plagegeister ernähren sich überwiegend aus dem Endproduktstoff Zucker, welcher aus der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten entsteht, dadurch vermehren sich die Schädlinge mit schlimmen Folgen für die Verdauung – Blähungen, Durchfälle oder andere Verdauungsstörungen gehen auf ihr Konto.

Nur ein gut funktionierender Darm garantiert eine bestmögliche Abnahme oder die Erhaltung des Gewichts, daher ist es von Bedeutung sich vermehrt auf eiweißreiche Kost umzustellen und mit Kohlenhydraten sparsam umzugehen, es bedeutet aber nicht den völligen Verzicht. Wichtig hierbei ist, sich die richtigen Ernährungsgrundlagen zu schaffen: Fleisch, Fisch, Gemüse, ein wenig Obst, gute Fette (Omega-3-Fettsäuren) und Milchprodukte ohne Zuckerzusätze dürfen nicht fehlen. Aber auf Getreide, Nudeln, Kartoffeln und Reis sollte jedoch Verzicht geübt werden. Sie enthalten zu viel Stärke, die im Körper verstoffwechselt und wieder in Zuckerstoffe enden – erhöht den Blutzuckerspiegel und führt zu Darmproblemen.

Low Carb hilft auch bei Candida albicans

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Es gibt essbare Pilze, die gehören in den Kochtopf und andere hingegen beeinträchtigen die Gesundheit. Hierbei handelt es sich nicht um diverse Giftpilze, die im Wald sprießen, sondern vielmehr um die Pilzerkrankung: Candida albicans.

Candida albicans ist ein Pilz und gehört der Candida Gruppe an. Dieser Pilz kann ein ständiger Begleiter in unserem und auf unserem Körper sein. Er siedelt sich auf Schleimhäuten, Genitalbereich, zwischen den Zehen und auf Nägeln, sowie im Darm an. Meistens ist er jedoch von harmloser Natur. Dennoch kann er uns Probleme bereiten, wenn eine Immunschwäche auftritt oder andere Krankheiten den Körper belasten.

Typische Symptome können sein:
• Müdigkeit
• Juckreiz auf der Haut/oder an den Schleimhäuten/oder am Darmausgang
• Magenprobleme
• Vermehrte Blähungen
• Brüchige Finger- oder Fußnägel
• Häufige Kopfschmerzen
• Heißhunger auf Süßigkeiten
• Schmerzen in den Gelenken
• Allergien
• Häufige Pilzerkrankungen im Genitalbereich

Bei Erkrankungen wie Zöliakie, Zuckerkrankheit (Diabetes), Rheuma, Krebs, Aids, Schwächung des Immunsystems oder sogar Stress hat Candida albicans gute Chance den Körper massiv zu „überfallen“.

Um das Gleichgewicht wieder herzustellen, bedarf es Antipilz-Medikamente und eine Ernährungsumstellung auf kohlenhydratarme Kost, denn Candida albicans lebt vom Zucker.

Auf sämtliche Zuckerarten und -sorten sollte verzichten werden:
Haushaltszucker, Diabetikerzucker, Fruchtzucker (Fruktose), Rohrzucker, Honig, Rübensirup, Glukose, usw.
Nicht erlaubt sind: Fabrikfertige oder vom Bäcker hergestellte Backwaren. Diese Produkte enthalten viel Zucker und sind auf Mehlbasis gebacken. Das Mehl enthält Stärke, das sich im Körper zu Glukose (Zucker) umwandelt.

Auch auf Obst und Obstsäfte sollte verzichtet werden, wegen dem Fruchtzucker. Auf Mehl, Stärke und stark kohlenhydratbelastete Lebensmittel ebenfalls.

Der Milchzucker (Laktose) ist die einzige Ausnahme hierbei, er kann nicht von Hefepilze – zu dieser Gattung gehört der Candida albicans -, verstoffwechselt werden. Für einen optimalen Aufbau der Darmflora gehören probiotische Lebensmittel, in denen Milchsäurebakterien/ Laktobazillen und Bifidobakterien stecken – es sind die Gegenspieler des Candida albicans – täglich auf dem Speiseplan.

Erlaubte Lebensmittel sind:
Milchprodukte: Naturjoghurt, Quark, Hartkäse, Frischkäse, Sahne, Crème Fraiche, Schmand, Schnitt-, Schmelz- und Weichkäse.

Fleisch und Wurstwaren: Geflügel, Wild, Lamm, Kaninchen, Rind und Schwein,
Frischwurst, Schinken, Rauchfleisch, zuckerfreie Dauer- und Streichwurst, alle Wurstsorten, Schinken, Tofu.

Fisch: Meeres- und Süßwasserfische, Calamari (ohne Panade), Krabben, Shrimps und andere Krebstiere. Fischkonserven im eigenen Saft und in Öl.

Getränke ohne Zuckerzusätze:
Limonaden (nur mit Süßstoff gesüßt), Kaffee, Tee, Kräutertee, Gemüsesäfte, Mineralwasser.

Zusätzliche Lebensmittel ohne Zuckerzusätze: Tofu, Sojamilch, Sojaöl, Sojasprossen, Kakaopulver, Nüsse, Samen, Eier, klare Brühe, Bouillons, klare Suppen, Essig Öl und Majonäse 80%.

Quelle: Deutsche Candida Hilfe e.V.

Low Carb Infos

Low Carb ist eine kohlenhydratarme Ernährungsweise, die ohne Zucker und möglichst auch ohne Mehl und Stärke auskommt. Weshalb ist der Verzicht, bzw. die Reduktion von Kohlenhydrate für eine gesunde Ernährung so wichtig? Es gibt viele verschiedene Verdauungsprobleme durch eine erhöhte Kohlenhydrate Aufnahme, wie etwa Sodbrennen, Völlegefühl, Bauchkrämpfe, Blähungen bis hin zu täglichen Durchfällen. Durch eine verminderte Aufnahme von Kohlenhydrate können Verdauungsbeschwerden gemildert oder sogar gänzlich ausbleiben.

Was tun die Kohlenhydrate im Körper? Die Kohlenhydrate wandeln sich im Körper in Zucker (Glukose) um – sie werden bei der Verdauung in kleine Zuckermoleküle zerlegt und durch die Darmwände ins Blut übernommen. Dadurch haben wir dann Zucker (Glukose) im Blut und der Blutzucker steigt.Nahrungsmittel, die einen hohen Anteil an einfache Kohlenhydrate, wie Kristall-, Trauben- und Fruchtzucker haben, werden besonders schnell vom Körper aufgenommen. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel rasant an und das Insulin wird auch besonders schnell und reichlich ausgeschüttet, um den Zucker (Glukose) aus dem Blutkreislauf in die Körperzellen zu verteilen.

Die komplexen Kohlenhydrate, die in Gemüse, Salat, Samen und Obst stecken, zerlegt der Körper in mehrere Zuckermoleküle und braucht deshalb mehr Zeit für die Gewinnung von Glukose, die nur nach und nach ins Blut fließt – somit steigt der Blutzuckerspiegel nur allmählich an und bleibt über längere Zeit konstant. Eine wichtige Erkenntnis in Sachen Ernährungs- und Diabetikerlehre.

Bei dieser Ernährungsform geht es um die Kohlenhydrate, die in Backwaren (alle Mehlsorten) Nudeln, Kartoffeln, Reis, Süßwaren, sowie in Zucker stecken. Sie werden in der Low Carb Ernährung deutlich reduziert. Allerdings fällt es vielen Menschen zunächst erst einmal schwer sich auf Low Carb umzustellen, weil besonders Brot ein Hauptbestandteil unserer deutschen Ernährung ist. Es gibt hierzu Alternativen, die das „Brotproblem“ beheben. Viele Geschäfte bieten mittlerweile Eiweißbrot (Low Carb Brot) an, oder selbst backen ohne Mehl ist heutzutage überhaupt kein Problem mehr.

Keine Sorge – Sie bekommen keine Mangelerscheinungen, wenn die Kohlenhydrate in der Nahrung reduziert werden, denn in Gemüse, Obst, Milch, Quark und Nüsse sind Kohlenhydrate in Maßen vertreten.
Die Ernährungsumstellung hat einen positiven Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel und wird als Therapie bei folgenden Krankheiten eingesetzt:
• Diabetes Typ 2
• Rheuma
• Gicht
• Migräne
• Epilepsie
• Übergewicht
• Erhöhten Cholesterinwerten
• Chronischen Entzündungsprozessen der Schleimhäute
• AD(H)S
• Hautausschlägen oder Akne
• Krebs
• Magen- und Darmerkrankungen (Reizdarm)