Darmgesundheit

343466_web_R_K_B_by_Stephanie  Hofschlaeger_pixelio.de.jpg
Bild: Stephanie Hofschläger / pixelio.de

Der Darm hat eine Länge von ungefähr acht Meter und in ihm tummeln sich etwa einhundert Billionen Bakterien. Sie unterstützen nicht nur die Verdauung, sondern übernehmen wichtige Körperfunktionen: Das Immunsystem, die Gesundheit der Haut und die Stressempfindlichkeit, dass alles wird über den Darm gesteuert.

Ein ungesunder Lebensstil lassen die guten Bakterien im Verdauungstrakt absterben. Der Darm gerät aus seiner Balance und reagiert mit Durchfall, Blähungen und mit Bauchschmerzen. Der Körper wird anfällig für Infekte, Allergien und Stress. Um die Darmflora wieder in das Gleichgewicht zu bringen, helfen sogenannte Probiotika. Das sind gute und lebende Mikroorganismen, Laktobazillen und Bifidobakterien, sie sind zuständig für den Erhalt des sauren Klimas im Darm und wirken gegen Fäulnisbakterien, Salmonellen und andere Krankheitserreger. Diese guten Mikroben befinden sich in Lebensmitteln wie in Milch, Joghurt, Quark und Käse, außerdem auch noch in Sauerkraut (bitte nicht essen, bei einem Reizdarmsyndrom).

Auch die kohlenhydratarme Ernährung bringt die Darmflora wieder ins Gleichgewicht – nur komplexe Kohlenhydrate, wie Gemüse (bei einem Reizdarmsyndrom nur gekocht oder gedünstet essen – besser verdaulich!) und Obst (mit wenig Furchtzuckeranteil) sowie eiweißreiche naturbelassene Lebensmittel wirken sich pre- sowie probiotisch auf den Verdauungstrakt aus.

Eine Reduktion von Kohlenhydrate ist für die Darmgesundheit wichtig, denn zu viele davon erhöhen die Vergärung im Darm und führt zu einer unangenehmen Gasbildung (Blähungen). Eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsform kann die Vergärungsprozesse im Darm deutlich reduzieren. Weniger Kohlenhydrate bedeuten, weniger bis gar keine Beschwerden im gesamten Verdauungstrakt.

Auf Getreide (sämtliche Mehlsorten), Fabrikfertignahrung (viel Zucker), Fast Food und zuckerhaltige Getränke sollten Sie möglichst verzichten. Stattdessen sich mit frischen Nahrungsmitteln, wie Fleisch, Fisch, Obst (mit wenig Fruchtzuckeranteil), Gemüse, Milch, Nüsse und Samen anfreunden.

 

SOS-Tricks bei kleinen Verdauungsbeschwerden

SOS-Tricks.jpg
Bei übermäßiger Luftansammlung kann es passieren, dass der Darm verkrampft und mit heftigen Bauchschmerzen reagiert. Die Ursache könnte an der Zurückhaltung von Winden liegen, d.h. wer nicht rülpst und pupst verhindert die Entblähung.

Starke Luftansammlungen im Magen- und Darmtrakt können verhindern werden durch: Die Mahlzeiten mit den Zähnen richtig kauen, dadurch wird die Nahrung gründlich zerkleinert und weniger Luft kommt mit dem Speisebrei im Magen. Beim Essen möglichst wenig reden, denn auch hierbei wird viel Luft verschluckt.

Schon kleine Tricks helfen Ernährungsfehler kurzfristig zu korrigieren. Kleine Helfer in Form von Kräutern und Gewürzen (Tee), wie Baldrian, Melisse, Pfefferminze, Fenchel, Kümmel und Anis können den Darm schon etwas beruhigen.

Bewegung löst Verdauungsbeschwerden – Ein Spaziergang lockert das Verdauungssystem, eingesperrte Gase werden dadurch befreit.

Kurzbericht über meine Reizdarm-Zeit

Frau Rolfes- pixelio.de.jpg
Frau Rolfes / pixelio.de

Meine Reizdarm-Zeit beginnt im Jahr 2004 mit starken Bauchkrämpfen und täglichen Durchfällen. Ich entschied mich für einen Besuch bei meinem Hausarzt, aber erst nachdem ich schon alle freiverkäuflichen Medikamente, die auf dem Markt verfügbar sind, ausprobiert hatte. Er überwies mich zum Darmspezialisten, jedoch blieb die Ursache verborgen und somit kam keine Diagnose zustande. Mithilfe von rezeptpflichtigen Tabletten und den allgemeinen Tipp in der Tasche, dass ich eine ballaststoffarme Ernährung bitte bevorzugen möchte, dürfte alles bald wieder in Ordnung kommen. Durch die regelmäßige Einnahme von den verschriebenen Tabletten verging ein volles Jahr, aber die schmerzhaften Diarrhöen blieben mir weiterhin erhalten. Verzweifelt suchte ich nach einem Ausweg, schließlich wollte ich wieder gesellschaftsfähig werden und meine ständigen unhöflichen Begleiter, die „schmerzbehafteten Durchfälle“ endlich loswerden. Nach fünf Jahren Dauerquallen, ist es mir letztendlich doch noch gelungen, mich von meinen quälenden WC-Dauersitzungen zu befreien.

Ich lebe bis heute beschwerdefrei, dank meiner eigenen entwickelten Low Carb Variante für den empfindlichen Darm – Low Carb bei Reizdarm.

Die Wirkung von Ballaststoffen

©Beuke

Ballaststoffe bestehen aus *Kohlenhydrate und gehören zur Familie von Polysaccharide, also zu den Mehrfachzuckern. Sie kommen in pflanzlichen Lebensmitteln, wie in Getreide, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten vor.

Ballaststoffe können nur teilweise im Darm verdaut werden, das liegt zum einen daran, das ihm möglicherweise ein wichtiges Verdauungsenzym oder ein Transportmittel für die Beförderung durch die Zellwand aus dem Darm in die Darmschleimhaut fehlt, so die Erkenntnis der Wissenschaft.

Meine persönliche Erfahrung mit Ballaststoffen, ist, dass sie bei reichhaltiger Aufnahme Blähungen und Durchfälle verursachen. Vor allem bei Rohkost ist der Darm (über)gefordert, er muss sich fürchterlich anstrengen um an die Inhaltstoffe zu gelangen, dabei werden vermehrt Darmgase gebildet – schmerzhafte Blähungen sind dann die Folge.

Nun möchte ich die Ballaststoffe nicht gänzlich verteufeln, schließlich besitzen sie auch gute Eigenschaften. Sie sind in der Lage schädliche Stoffe im Darm zu binden und auszuscheiden, darüber hinaus tragen sie die lebensnotwendigen Vitamine und Mineralstoffe in sich, die der Körper für ein gesundes Dasein braucht.

Ich befürworte Ballaststoffe in Form von gedämpften, gekochten oder gebratenen Gemüse/Obst zu essen, es ist für den Darm leichter so an die essenziellen Stoffe zu gelangen. Das sieht beim Getreide wieder ganz anders aus, sie enthalten zwar Ballaststoffe, dennoch kann ich ihre Aufnahme nicht empfehlen. Der Grund hierfür liegt in der Getreidestärke, insbesondere mit der Kombination von Fruchtzucker, führt es zu einer Vergärung im Darm – auch hier sind schmerzhafte Blähungen mit Durchfällen die Folge.

Mehr zum Thema *Kohlenhydrate in der Kategorie: Kohlenhydrate/Zucker

Reizdarm

Bild: Eva Kaliwoda / pixelio.de

Das Reizdarmsyndrom ist eine Störung im Verdauungstrakt und eigentlich als harmlos zu bewerten, wären da nicht die wiederkehrenden schmerzhaften Symptome, die das alltägliche Leben zur Qual machen. Wen kann es treffen? Jüngere Erwachsene, aber auch die, die im mittleren Alter stehen. Selbst bei Kindern wurde schon die Diagnose Reizdarm erstellt. Viele Menschen stehen heutzutage unter Dauerstress. Sie müssen immer mehr leisten, ob in der Schule, im Beruf oder in der Freizeit. Alles ist auf Leistung orientiert. Da kann der Darm nicht mehr mithalten und reagiert genervt. Auch die täglichen Mahlzeiten werden teilweise zu hastig herunter geschlungen oder das Fast-Food-Essen steht viel zu häufig auf dem Speiseplan.
Was sind die Erkennungsmerkmale eines Reizdarmsyndroms? Der Reizdarm macht sich durch eine Reihe von typischen, oft quälenden Beschwerden bemerkbar:
• Krampfartige Bauchschmerzen während oder vor der Darmentleerung.
• Durchfall, Verstopfung oder im Wechsel von beidem, oft mit Schleimabgang.
• Veränderte Stuhlzusammensetzung (hart, wässrig oder breiig).
• Gesteigerter Stuhldrang – Häufige schmerzhafte Darmentleerungen.
• Blähungen (Flatulenz), mehrmals täglicher Austritt von Darmwinden.

Mögliche Ursachen für das Reizdarmsyndrom können Infektionen, geschädigte Darmschleimhaut (Schadstoffe und Erreger dringen in die Darmwand ein und rufen kleine Entzündungen hervor), Einnahme von Antibiotika, Operationen, Lebensmittelunverträg-lichkeiten oder eine Fehlernährung sein. Aber auch psychische Auslöser, wie alltäglicher Stress, fortlaufende Sorgen, Depressionen, Angst- und Panikattacken können als Ursache in Frage kommen. Mittlerweile belegen Studien, dass viele Reizdarmpatienten zu viele Ballaststoffe und Kohlenhydrate (Zucker) aufnehmen, dadurch kommt es zu einer erhöhten Vergärung mit Gasbildung, die die typischen Beschwerden auslösen.
Der Alltag wird immer schwieriger und der Beweglichkeitsradius wird durch die ständigen Austritte stark eingeschränkt, auch soziale Kontakte werden mitunter gegen Isolation ausgetauscht.

Mit Hilfe eines Langzeittagebuches kann analysiert werden, in welchem psychischen Zustand Sie sich gerade befinden, und wie bestimmte Nahrungsmittel und -kombinationen bei Ihnen Beschwerden auslösen. Auf jeden Fall ist es wichtig, auch dann das Tagebuch zu führen, wenn keine Beschwerden auftreten.
Folgende Punkte sollten in ihrem Bericht dokumentiert sein:
• Datum, Tageszeit.
• Befinden: z.B. gestresst, nervös, unruhig, müde usw.
• Ernährung; alle Mahlzeiten, auch die Zwischenmahlzeiten.
• Art der Beschwerden.

Besprechen Sie bei ihrem nächsten Arztbesuch ihre Tagebucheinträge, vielleicht findet sich eine Ursache für die Beschwerden. Ist die Diagnose Reizdarm erstellt, gibt es drei Therapieoptionen: Eine zeitlich befristete symptombezogene medikamentöse Therapie bei Schmerzen, psychotherapeutische Begleitung durch einen Psychologen und eine Ernährungsumstellung. Um den Darm positiv bei seiner Verdauungsleistung zu unterstützen, kommt es auf die richtige Wahl der Ernährung an.

Viele Ernährungsmediziner, wie auch ich, raten zu ballaststoffärmere Kost, um die Darmtätigkeit bei zu häufigen Stuhlentleerungen (Durchfällen) zu verringern.
Welche Ernährung hilft tatsächlich gegen Verdauungsprobleme, bzw. gilt als gut darmverträglich? Meine kohlenhydratarme Ernährungsvariation – Low Carb bei Reizdarm – hat sich in Sachen Verdauung sehr gut bewährt. Meine Low Carb Methode bedeutet: weniger Kohlenhydrate – weniger Zucker = keine Beschwerden. Diese Low Carb Variante unterstützt nicht nur den Aufbau, sondern auch den Erhalt der gesunden Darmschleimhaut und bringt die Darmflora wieder ins Gleichgewicht.

Ich habe aus geeigneten Lebensmitteln viele Low Carb Rezepte für den empfindlichen Darm selbst entwickelt, getestet und für wirksam erklärt. Mit meiner Low Carb Methode (hilft die Verdauung zu verbessern) und mit etwas Sport (hilft den Stress abzubauen) habe ich die Krankheit erfolgreich bekämpfen können – bis heute lebe ich beschwerdefrei.

Ich wünsche Ihnen gute Besserung und hoffe, dass Ihnen meine Low Carb Rezepte nicht nur schmecken, sondern auch helfen Ihre Beschwerden wieder loszuwerden.

Ihre Sabine Beuke