Eiweiß – welches ist gut verträglich?

Eiweiß
© Beuke

Eiweiß wird auch als Protein bezeichnet – Bei der Verdauung wird das Eiweiß in kleinste Bausteine (Aminosäuren) zerlegt, daraus wird körpereigenes Eiweiß hergestellt.

Man unterscheidet zwei Eiweißarten:
1. Pflanzliches Eiweiß: Nüsse, Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln, Reis, Soja, Pilze.
2. Tierisches Eiweiß: Fleisch, Eier, Käse, Fisch, Milch und Milchprodukte.

Das tierische Eiweiß kommt unserem Körpereiweiß sehr nahe, deshalb ist es für den Menschen verträglicher und verdaulicher. Außerdem hat es eine höhere biologische Wertigkeit als das pflanzliche Eiweiß.

Der Darm hat es viel leichter mit tierischem Eiweiß fertig zu werden, als mit pflanzlicher Eiweißart, sie ist zu faserig. Das pflanzliche Eiweiß ist für den Darm eine große Herausforderung um an die wertvollen Inhaltstoffe zu gelangen.

Nach meiner Erfahrung sind gemahlene Nüsse, wie Mandeln oder Haselnüsse sehr gut verdaulich und somit darmverträglich. Anstelle von Getreide (Mehl) sind Nüsse, die Basis für Selbstgebackenes – Brot, Kuchen und Kekse.

Warum ist die Versorgung mit Eiweiß für den Menschen so wichtig? Der Mensch braucht Eiweiß um seinen Organismus am Leben zu erhalten. Die menschlichen Organe: Leber, Nieren, Herz, Gehirn, Muskeln einfach alle Organe sind aus Eiweiß bzw. aus Proteine zusammengesetzt. Auch Haare, Nägel und unsere Haut bestehen aus Proteine, die täglich nachwachsen und deshalb einen großen Bedarf an Eiweißnachschub haben.

Für den menschlichen Körper ist das tierische Eiweiß besser verträglich und hat eine höhere biologische Wertigkeit als das Pflanzliche, weil das tierische Eiweiß dem Körpereiweiß sehr ähnlich ist. Der Organismus ist selbst nicht in der Lage die lebensnotwendigen Proteine herzustellen, es muss dem Körper zugeführt werden.

Welche Aufgaben übernimmt das Eiweiß im Körper? Zunächst einmal wird das aufgenommene Eiweiß im Darm durch Enzyme in Aminosäuren zerlegt und danach neu zusammengesetzt, damit der menschliche Körper es für sich besser nutzen kann. Denn die eiweißreiche Nahrung hat eine andere Aminosäuren Kombination, als die Eiweiße im menschlichen Körper. Das Eiweiß übernimmt verschiedene Aufgaben im Körper: Es transportiert Sauerstoff (Transportproteine), speichert Eisen (Speicherproteine), sorgt für Muskelaktivität (Bewegungsproteine), sorgt für Elastizität, Festigkeit und Formbeständigkeit (Strukturproteine), bildet Antikörper in der Immunabwehr und überträgt Nervenimpulse.

Welche Nahrung nehmen Naturvölker zu sich? Die Völkerstämme: Eskimos, Nenzen, Lappen, Chanten, Massai, Samburu um nur paar aufzuzählen ernähren sich überwiegend vom tierischen Eiweiß. (Einige unter ihnen ernähren sich sogar ausschließlich von Fleisch und Fisch.) Deshalb besitzen sie eine gute körperliche Leistungs- und Widerstandsfähigkeit und kennen keine Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes, Migräne, Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Fettleibigkeit (Adipositas) oder Reizdarm.

Jetzt stellt sich die Frage, warum die Ernährungswissenschaft immer noch behauptet, dass das Fleisch den Menschen schadet. Und warum haben wir Menschen Eckzähne, die größer, länger und spitzer sind als alle anderen Zähne? Antwort: „Es sind Reißzähne, die uns von der Natur aus mitgegeben worden sind, nicht um damit in das Gras zu beißen, sondern eher um das Fleisch zu zerteilen (zerreißen).

Lebensmittelliste für den empfindlichen Darm

Geeignete Lebensmittel:
Gemüse, geeignet: Auberginen, Kürbis, Fenchel, Spargel, Spinat, Knoblauch, Knollensellerie, Kohlrabi, Tomaten Salatgurke, Steckrübe, Schwarzwurzeln, Okraschoten, Paprika, Möhren, Mangold, Ingwer, Champignons, Pfifferlinge, Steinpilze, Zwiebeln (in kleinen Mengen), Zucchini.
Sprossen: Bambus, Kresse, Soja, Mungo.

Obst, geeignet: Äpfel, Apfelsine, Aprikosen, Brombeeren, Erdbeeren, Blaubeeren, Himbeeren, rote und schwarze Johannisbeeren, Heidelbeeren, Kiwi, Pfirsiche, Quitten, Limetten, Nektarinen, Mandarinen, Wassermelone, Grapefruit, Pampelmusen, Guaven, Pomelo, Zitronen.

Molkereiprodukte ohne Zuckerzusätze, geeignet: Natur-Joghurt, Quark, Hüttenkäse, Frischkäse, Kokosmilch, Schnittkäse z. B. Gouda, Fetakäse, Hartkäse, Parmesan. Bitte nur Milchprodukte essen, wenn keine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) vorliegt!

Nüsse und Samen, geeignet: Erdnüsse, Haselnüsse, Kokosnuss, Mandeln, Macadamianüsse, Sonnenblumenkerne, Paranüsse, Pekannüsse, Walnüsse, Lein-, Mohn-, Sesamsamen.

Geeignet: Selbstgebackenes Brot oder Kuchen auf der Basis von Nüssen, Samen und Kerne.

Fette und Öle, geeignet: Lein,- Oliven,- Raps,- Soja,- Sonnenblumen,- Traubenkern,- Walnuss,- und Knoblauchöl, Butter, Schmalz.

Fisch und Meeresfrüchte, geeignet: alle Fischarten, Meeresfrüchte.

Fleisch und Wurst, geeignet: Schweine-, Rind-, Schafs-, Lamm-, Wild- und Geflügelfleisch. Wurst und Auflage ohne Zuckerzusätze.

Zusätzliche Lebensmittel und Getränke, geeignet: Brotaufstriche aus Nüssen/Samen und Gemüse, dunkle Schokolade (ab 70 %) Tofu, verschiedene Sojaprodukte, Fischsoße, Eier, milder Senf, Kakaopulver (ohne Zuckerzusätze), Brühe, Bouillons, Kräuterbutter, Essig, pflanzliche Bindemittel (Johannisbrotkernmehl), stilles Wasser, Kaffee, Kräutertees (ohne Aromazusätze), Gemüsesäfte, Mineralwasser, Sojamilch (ungesüßt, natur), alkoholarmes Bier.

Ungeeignete Lebensmittel:
Gemüse, ungeeignet: Erbsen, Porree, Frühlingszwiebel, Kichererbsen, viele Kohlsorten, Sojabohnen, Zuckererbsen.

Obst, ungeeignet: Alle Früchte mit einem sehr hohen Fruchtzuckeranteil, außerdem Pflaumen und gezuckerte Obstkonserven und Obstmus (Supermarktware).

Molkereiprodukte, ungeeignet: Alle Milchprodukte mit Aroma- und Zuckerzusätze, Getreide (Brot, Kuchen, Kekse) und Beilagen: Weiß-, Vollkorn-, Buchweizen-, Dinkel-, Roggen-, Mais- und Kartoffelmehl, Haferflocken, Nudeln Maisgrieß, Reis, Kartoffeln (Pommes).

Nüsse ungeeignet: gesalzene Nüsse.

Fisch und Meeresfrüchte, ungeeignet: Fertigprodukte (Supermarkt und Händler); Fischgerichte oder Fischsalate mit Mayonnaise oder Sahne, panierter oder frittierter Fisch.

Zusätzliche Lebensmittel und Getränke, ungeeignet: Eiscreme (Fertigprodukt aus dem Supermarkt und Eissalonware), Vollmilchschokolade, jeglicher Art von Gebäck; Chips, Salzstangen usw., Süßwaren, Hülsenfrüchte, Magermilchpulver, Hefe, Honig, Rosinen, Dosenobst, Fertigsoßen, Fertigsuppen, zuckerreiche Dressings, Soft- und Energiedrinks, Fruchtnektare- und Säfte, Liköre, süße Weine und alkoholische Mixgetränke, Wasser mit Kohlensäure versetzt, Früchtetees.

Low Carb Infos

Low Carb ist eine kohlenhydratarme Ernährungsweise, die ohne Zucker und möglichst auch ohne Mehl und Stärke auskommt. Weshalb ist der Verzicht, bzw. die Reduktion von Kohlenhydrate für eine gesunde Ernährung so wichtig? Es gibt viele verschiedene Verdauungsprobleme durch eine erhöhte Kohlenhydrate Aufnahme, wie etwa Sodbrennen, Völlegefühl, Bauchkrämpfe, Blähungen bis hin zu täglichen Durchfällen. Durch eine verminderte Aufnahme von Kohlenhydrate können Verdauungsbeschwerden gemildert oder sogar gänzlich ausbleiben.

Was tun die Kohlenhydrate im Körper? Die Kohlenhydrate wandeln sich im Körper in Zucker (Glukose) um – sie werden bei der Verdauung in kleine Zuckermoleküle zerlegt und durch die Darmwände ins Blut übernommen. Dadurch haben wir dann Zucker (Glukose) im Blut und der Blutzucker steigt.Nahrungsmittel, die einen hohen Anteil an einfache Kohlenhydrate, wie Kristall-, Trauben- und Fruchtzucker haben, werden besonders schnell vom Körper aufgenommen. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel rasant an und das Insulin wird auch besonders schnell und reichlich ausgeschüttet, um den Zucker (Glukose) aus dem Blutkreislauf in die Körperzellen zu verteilen.

Die komplexen Kohlenhydrate, die in Gemüse, Salat, Samen und Obst stecken, zerlegt der Körper in mehrere Zuckermoleküle und braucht deshalb mehr Zeit für die Gewinnung von Glukose, die nur nach und nach ins Blut fließt – somit steigt der Blutzuckerspiegel nur allmählich an und bleibt über längere Zeit konstant. Eine wichtige Erkenntnis in Sachen Ernährungs- und Diabetikerlehre.

Bei dieser Ernährungsform geht es um die Kohlenhydrate, die in Backwaren (alle Mehlsorten) Nudeln, Kartoffeln, Reis, Süßwaren, sowie in Zucker stecken. Sie werden in der Low Carb Ernährung deutlich reduziert. Allerdings fällt es vielen Menschen zunächst erst einmal schwer sich auf Low Carb umzustellen, weil besonders Brot ein Hauptbestandteil unserer deutschen Ernährung ist. Es gibt hierzu Alternativen, die das „Brotproblem“ beheben. Viele Geschäfte bieten mittlerweile Eiweißbrot (Low Carb Brot) an, oder selbst backen ohne Mehl ist heutzutage überhaupt kein Problem mehr.

Keine Sorge – Sie bekommen keine Mangelerscheinungen, wenn die Kohlenhydrate in der Nahrung reduziert werden, denn in Gemüse, Obst, Milch, Quark und Nüsse sind Kohlenhydrate in Maßen vertreten.
Die Ernährungsumstellung hat einen positiven Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel und wird als Therapie bei folgenden Krankheiten eingesetzt:
• Diabetes Typ 2
• Rheuma
• Gicht
• Migräne
• Epilepsie
• Übergewicht
• Erhöhten Cholesterinwerten
• Chronischen Entzündungsprozessen der Schleimhäute
• AD(H)S
• Hautausschlägen oder Akne
• Krebs
• Magen- und Darmerkrankungen (Reizdarm)